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Herbstmilchsuppe
»Herbstmilch«

Die letzten Worte im Film »Herbstmilch« hat Anna Wimschneider – die damals 70-Jährige Bäuerin aus dem niederbayerischen Rottal, die mit ihren Lebenserinnerungen zur Bestsellerautorin wurde. Im Abspann schiebt sie ihr Fahrrad durch die verschneite Landschaft und verrät das Rezept für die Herbstmilchsuppe:

»Da nimmt man einen Liter gesteckelte Mili, und dann tut man da den Rahm runter, und dann tut man zwei Esslöffel Mehl einirührn und des in zwei Liter kochendem Wasser aufkochen und umrührn. Und dann tut man ein’ sauren Rahm, ziemlich viel, in eine Schüssel eini und tut man des kochende Suppl drunterrührn und a Salz eini, und dann noch gekochte alte gebratene Kartoffeln dazu.«

(aus Herbstmilch, 1989)

Herbstmilch (Taschenbuch)*
Herbstmilch (DVD)*


Es heißt, dass die »Herbstmilchsuppe« sogar Totgesagte wieder zum Leben erwecken kann. Dazu tragen, neben Eiweiß und Vitaminen, Milchsäurebakterien, die auch für den säuerlichen Geschmack verantwortlich sind, bei.

Herbstmilchsuppe
mit Bratkartoffeln

knusprige Bratkartoffeln

Zutaten
500 ml Dickmilch (früher als Sauermilch bekannt – sauer gewordene Milch)
300 ml Wasser
200 g sauren Rahm (oder Schmand)
2 leicht gehäufte EL Mehl
Salz
Pfeffer
frische Kräuter nach Belieben

Zubereitung
Die Dickmilch in eine Schüssel geben und mit dem Mehl so lange verrühren, bis sie cremig ist. Unterdessen das Wasser aufkochen. Vom Herd nehmen und die mit dem Mehl vermischte Dickmilch einrühren. Dann wieder auf den Herd stellen und bei geringer Hitze unter rühren einköcheln lassen. Nun den sauren Rahm in die kochende Suppe geben. Weiter rühren. Salz dazugeben.
Nach Belieben mit frischem Pfeffer und Kräutern abschmecken.

Ich liebe Rucola, daher habe ich statt der Kräuter Rucola klein gehackt.

Dazu Bratkartoffeln reichen.

Und warum Herbstmilch?
Herbstmilch nennt man in Bayern die sauer gewordene Milch und war früher ein typisches Nahrungsmittel für die Armen.
Zu Herbstanfang wurde frische Milch als sogenannte Herbstmilch (Hirgstmilli) gesammelt und aufbewahrt (im Keller oder auch einfach auf einem Schrank gestellt). Die Milch wurde sauer und somit über den Winter haltbar. Jahrhundertelang wurde so die saure Milch hergestellt, bayerisch: »Gestöckelte«.

Herbstmilchsuppe wird auch Saure Suppn und auch Hirgstmillisuppn genannt.

Zum Film
Die Echte Anna Wimschneider ist im Film zu Anfang und am Ende zu sehen, als sie ihr Fahrrad durch die verschneite Landschaft schiebt. Albert Wimschneider spielt in dem Film seinen eigenen Onkel gleichen Namens. Der Film wurde an Originalschauplätzen im Landkreis Rottal-Inn sowie im österreichischen Serfaus Tirol gedreht.

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